Sep 22, 2012 - Zusammen    No Comments

Schlafentzug Teil 2

Coffee Mania

Und täglich grüßt das Murmeltier: Der Wecker klingelt und wir wandeln schlaftrunken ins Badezimmer.

Zwei Sachen waren jedoch anders:

1. Es war Samstag

2. Es war 4:30 Uhr (in der Nacht)!!!

Wir riefen uns gegenseitig an, um uns zu versichern, dass wir auch beide wach waren.

Noch im Dunklen machten wir uns auf zur Metrostation Peel, wo unser Bus nach Toronto wartete. Ein riesen Stein fiel uns vom Herzen als wir einen neu wirkenden Bus erblickten.

Ein aufregendes Wochenende sollte auf uns warten: die größte Stadt des zweitgrößten Lands der Erde und die „amazing“ Niagarafälle.

Auch diesmal waren wir wieder pünktlich am Treffpunkt, wie alle Deutschen. Denn plötzlich kommen die Kartoffel-Esser wie Mäuse aus den Löchern. Sechs Deutsche waren wir insgesamt, damit aber immer noch in der Unterzahl gegenüber einer italienischen Reisegruppe. Die anderen Deutschen lernen jedoch alle Französisch, weshalb es kein Wunder ist, dass wir ihnen noch nicht über den Weg gelaufen sind. Die schon erwähnten Italiener waren leider nicht alle pünktlich. Zwei von ihnen hatten verschlafen. Deshalb mussten wir eine Schleife fahren, um sie von zu Hause abzuholen.

Nach zwei Stunden Fahrt machten wir unsere erste Rast, natürlich bei Tim Horton’s.
Für alle, die mit der kanadischen Kultur bzw. mit dem kanadischen Patriotismus noch nicht vertraut sind: Tim Horton’s ist der Kaffe-/Donut-/Bagelshop Nummer 1. In Kanada nimmt man die erste Koffein-Dosis nicht gemütlich zu Hause zu sich, sondern schaut vor der Arbeit bei besagter Kette vorbei. Tim Horton’s ist für die Kanadier ein Stück Heimat. Außerhalb von Nordamerika gibt es nur noch einen Tim Horton’s Shop – in Afghanistan. Dieser wurde für die von Heimweh geplagten kanadischen Soldaten gebaut.

Auch folgende wahre(!) Geschichte unterstreicht die Tragweite der zwei Nationalsymbole: Tim Horton’s und das Ahornblatt.

Es war einmal ein einsamer Kanadier in Europa unterwegs.
Er reiste mit seinem Rucksack durch die verschiedenen Länder und bekam viel zu sehen. Selbstverständlich durfte das obligatorische Ahornblatt auf seinem Rucksack nicht fehlen. Doch bald fühlte er sich sehr allein in der Ferne und weit und breit war kein Tim Horton’s in Sicht, wo er sich einen Kaffee hätte kaufen können. Das Schicksal wollt es jedoch, dass er eines Tages einen Tim Horton’s-Coffe-Cup in der Menge erblickte. Er gehörte einem anderen kanadischen Rucksackreisenden. Schnell war den beiden klar, dass das kein Zufall sein konnte. Die beiden Kanadier durchquerten gemeinsam das weite Europa und wurden Freunde für’s Leben.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann reisen sie noch heute.

Diese Geschichte erzählte uns unser Tourguide Marcus, welcher übrigens deutsche Vorfahren hat und deshalb Deutsch lernen wollte. Kaum zu glauben, aber wahr:
Dieser Mann spricht fünf Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch, Japanisch und mehr oder weniger Deutsch. Und er behauptet allen Ernstes, dass Japanisch leichter zu erlernen sei, als unsere schöne Muttersprache! Könnt ihr euch das vorstellen!? Unglaublich, oder? Aber er muss es ja wissen…

Nach etwa insgesamt acht Stunden Busfahrt kamen wir schließlich in Toronto an. Dort mussten wir Mut beweisen und haben an dem Tag auch noch einiges erlebt. Aber dafür müsst ihr euch noch ein wenig gedulden.

A suivre.

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