Sep 19, 2012 - Zusammen    No Comments

Schlafentzug Teil 1

Von wegen, in Kanada isst man nur bei Tim Horton’s

Donnerstabend heißt hier, in Kanada, Weggehen und Feiern. Da unserem Lehrer Nicholas viel daran liegt, uns die „kanadische Kultur“ näher zu bringen, schleppte er uns zu den Hot Spots Montreals, welche er uns am Morgen im Unterricht ausführlich erklärt hatte.

Unsere Klasse besteht aus nur sechs Schülern, wobei wir wohl bald auf vier schrumpfen werden.

An unserem Treffpunkt an der Metrostation Mont Royal war jedoch plötzlich die halbe Schule anwesend. Wir zählten um die zwanzig Leute. Zudem hatte Nicholas noch zwei Freunde eingeladen, die uns auch begleiteten.

Unsere „Destination“ war das Gebiet um den Mont Royal. Wir hatten vor, endlich in die Montrealer Geschmackswelt einzutauchen.

Nein, es ging nicht zu Tim Horton’s.
Wir aßen das Quebecer „Nationalgericht“ Poutine im stadtbekannten „La Banquise“.

Doch was zum Bären ist Poutine?

Es handelt sich dabei um eine nicht ganz kalorienarme Mischung aus matschigen Pommes, einfacher brauner Barbecuesoße und Käse. Das Ganze ist übrigens auch nicht besonders appetitlich anzuschauen, aber, entgegen unserer Erwartungen, essbar!

Poutine gibt es natürlich in zahlreichen Geschmacksrichtungen, aber wir testeten erst einmal die klassische Variante. (Alicka, ganz vegan, bekam es natürlich ohne Käse.)

Richtig lustig wurde es aber erst, als wir das „Lokal“ verließen und die verbleibenden Nachtschwärmer eine Tür weiter zogen. Im schummrigen Licht der Bar genossen wir mehr oder minder gut schmeckende Cocktails, die von unserem Lehrer beurteilt wurden.

Während wir an einem kulturellen Austausch mit den zwei anderen übrig gebliebenen Schülern aus unserem Kurs, einer Brasilianerin und einem Südkoreaner, teilnahmen, verabschiedete sich Nicholas zwischendurch immer mal wieder zum Tischfußball. Saß er allerdings am Tisch, fragte er uns Löcher in den Bauch und schätzte unseren Musikgeschmack ein – mit mäßigem Erfolg.

Um 23:45 Uhr verabschiedeten wir uns dann schließlich. Das heißt, wir Schüler machten uns auf den Heimweg, in dem Glauben, am nächsten Tag einen Test zu schreiben. Ja, unser Lehrer bezeichnete sich selbst als „evil“, weil er einen Test für den nächsten Tag angekündigt hatte und uns Schüler gleichzeitig überzeugt hatte., wegzugehen Er blieb mit seinen Freunden noch bis 2:45 Uhr.

Mit hochroten Köpfen, schwarzen Augenringen und dem obligatorischen Kaffeebecher saßen wir dann am nächsten Tag über unserem achtseitigen Test. Nachdem wir ihn beendet hatten, stellte sich jedoch heraus, dass Nicholas nie vorhatte, die insgesamt 48 Seiten zu korrigieren.

Immerhin hatten wir schon um zwölf Uhr Schule aus und verabschiedeten uns ins Wochenende.

Eine Sache änderte sich da jedoch nicht:
Unser chronischer Schlafmangel.

To be continued.

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