Sep 12, 2012 - Zusammen    No Comments

Sind wir wirklich schon einen Monat hier?

Kaum zu glauben, aber wahr:
Heute schreiben wir den 12. September 2012.

Einen Monat ist es her, dass wir einen Kulturschock bekamen.
Einen Monat ist es her, dass wir anfingen, uns für alles dreifach zu bedanken.
Einen Monat ist es her, dass wir acht Stunden in einem Flugzeug festsaßen.
Einen Monat ist es her, dass wir das letzte Mal Brezel aßen.
Einen Monat ist es her, dass wir wieder eine Schule betraten.
Einen Monat ist es her, dass wir in „Alika“ und „Catherine“ (Englisch und Französisch) umbenannt wurden.
Einen Monat ist es her, dass Kathrin andere blonde Menschen, außer Alicka, sah.
Einen Monat ist es her, dass wir uns auf das kalte Klima einstellten, welches nun endlich langsam kommt.
Einen Monat ist es her, dass wir das letzte Mal Auto fuhren.
Einen Monat ist es her, dass wir das letzte Mal ausgeschlafen waren.
Einen Monat ist es her, dass wir 240 Volt hatten.
Einen Monat ist es her, dass wir normale Türgriffe und Fenster hatten.
Einen Monat ist es her, dass wir deutsches Fernsehen hatten.
Einen Monat ist es her, dass Kathrin den Sportteil einer deutschen Tageszeitung lesen konnte.
Einen Monat ist es her, dass wir noch nicht auf „How are you?“ und „Ca va?“ antworten mussten.
Einen Monat ist es her, dass wir Kaffee mit unseren Müttern tranken.
Einen Monat ist es her, dass wir von unhöflichen Menschen umgeben waren. 😉

Ihr seht, genau einen Monat ist es her, dass wir unser vertrautes Deutschland verlassen und uns über den Atlantik gewagt haben, um Kanada zu erkunden (nun ja, zumindest den Osten oder besser gesagt, auch nur einen kleinen Teil davon) und Montreal unsicher zu machen.

Was können wir schon für Schlüsse ziehen?

Uns ist jetzt schon klar, im Januar Montreal auf keinen Fall zum letzten Mal gesehen zu haben. Ein halbes Jahr wird wohl kaum ausreichen, um alles zu besuchen, was besuchenswert ist.

In der Schule sind wir jetzt in einem neuen Kurs. Wir haben zwar bis vier Uhr Unterricht, aber unser Lehrer ist so übermotiviert, dass man gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht. Es kann nur passieren, dass man in unausgeschlafenem Zustand dieser Energie noch nicht gewachsen ist. Doch auch dem ist einfach abzuhelfen. So setzten wir heute, als um kurz vor drei keiner mehr aufnahmefähig war und jeder fast auf seinem Stuhl eingeschlief, den Unterricht einfach in einem nahegelegenen Café fort. Dank Espresso und Latte waren wir wieder gestärkt für Pronunciation, Grammar und Vocabulary. Auch weiterhin kommen wir also gerne in unsere Klasse.

Mittlerweile fühlen wir uns auch nicht mehr ganz wie Touristen. Wenn wir beispielsweise mit Nozomi sprechen, die ja gerade erst angekommen ist und auch nur für zwei Wochen bleibt, merken wir, wie gut wir uns doch schon auskennen und verständigen können. Kaum etwas kann uns jetzt noch wirklich abschrecken. Wir kommen mit dem Englisch/Französisch klar und viele Sachen, wie das Bus- und Metrofahren sind für uns schon alltäglich geworden. Wie wird es da wohl sein, sich in nicht einmal fünf Monaten wieder selbst ans Steuer zu setzen? Davor graut es uns zwar schon ein wenig, aber bis jetzt haben wir noch nicht das Gefühl, etwas verlernt zu haben. Das kommt wohl noch …

Schon jetzt können wir den Tourguide unserer abenteuerlichen Quebec-Tour zitieren:
„Montreal, I love you! I don’t wanna miss you. I love you so much!“

Liebe Grüße
Eurer Bärenfutter

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