Sep 11, 2012 - Zusammen    No Comments

Und wir dachten, wir wären in Kanada…

Hallöchen über den Atlantik,

Freitage sind immer gut, weil wir da schon um 12 Uhr Schule aushaben. Ab dieser Woche werden wir die Freitage noch mehr zu schätzen wissen, weil wir dann immer bis 16 Uhr Schule haben werden.

Voller Tatendrang stürmten wir also aus dem Schulgebäude, um uns auf zum Botanischen Garten zu machen. Fünf Stunden später waren wir nicht mehr so energiegeladen. Aber der Reihe nach:

Der Botanische Garten liegt in der Nähe des Olympiageländes und ist echt riesig, wie eben alles im zweitgrößten Land der Erde.

Die erste Herausforderung bestand also darin, erstmal den Ticketschalter zu finden. (Bisher sind unsere Gauß-Schülerausweise noch immer durchgegangen – mal sehen, wie lange noch.) Dort bekommt man sinnvollerweise einen Plan in die Hand gedrückt. Das Ganze hat natürlich mal wieder einen Haken: Es gibt tausend kleine Wege, die in der Karte nicht eingezeichnet sind. Nach viereinhalb Stunden ist uns aufgefallen, dass an manchen Wegrändern bunte Punkte waren, die das Erkennen der Wege auf der Karte erleichtern sollten. Das sollten sie vielleicht dazuschreiben!

Naja, wir haben auch so wieder herausgefunden.

Zuvor haben wir uns aber die Füße wundgelaufen. Das meinen wir nicht metaphorisch – Kathrin hat wirklich Blasen bekommen. Unsere erste Station war der japanische Garten. Dort haben wir uns noch nicht über die Bonsai-Ausstellung gewundert. Der Stolz der Kanadier auf ihre Ahornbäume dürfte ja auch dem letzten unserer Leser mittlerweile bekannt sein. Deshalb waren wir auch nicht überrascht, unter den Bonsais Mini-Ahornbäume zu finden.

Der Name der nächsten Attraktion klang vielversprechend: Baumhaus. Alle, die jetzt an ein Haus in einem Baum denken, liegen falsch. Diese Erfahrung mussten wir auch machen. Das Baumhaus beherbergte vielmehr eine Ausstellung zum Thema Bäume und, oh Wunder, Bonsais.

Der Garten der „First Nations“, der Ureinwohner Kanadas, war ein Witz. Es gab eine Feuerstelle und ein Zelt zum Thema Ureinwohner. Dieser Teil des Botanischen Gartens war aber nicht mit dem japanischen Garten oder dem chinesischen Garten vergleichbar. Womit wir auch bei unserer nächsten Anlaufstelle wären: dem „jardin chinois“.

In einer Herbstnacht muss der chinesische Garten atemberaubend sein, weil die verschiedenen Pavillons mit bunten Lampions geschmückt sind. Damit noch nicht genug; große Drachen und Terrakottakrieger säumen die Wege und schmücken sogar den See inmitten des Gartens. In dieser Atmosphäre gönnten wir uns erstmal einen Jasmintee.

Frisch gestärkt ging’s auf zum Insektarium, in dem außergewöhnliche Insekten anzutreffen sind. Neben lebendigen ekeligen Spinnen und wandelnden Blättern und Ästen (O-Ton Kathrin: „Keine Ahnung wie die heißen; ich hab Bio schnellstmöglich abgewählt.“) gab es wunderschöne Falter und die farbenprächtigsten Käfer, die man sich vorstellen kann. Die schönen Insekten waren leider alle aufgespießt und dementsprechend tot.

Schon reichlich erschöpft machten wir uns auf den Weg zum Tropenhaus, wo uns (O-Ton: „Nein, nicht schon wieder!“) Bonsais erwarteten. Es gab natürlich noch mehr zu bestaunen, wie zum Beispiel Ananas-Gewächse und Bananenstauden. Wusstet ihr wie eine Ananas wächst? Wir wussten es nicht!

Wir machten in den letzten Tagen jedoch nicht nur eine botanische Weltreise, sondern auch eine kulinarische.

Am Donnerstag mussten wir einen europäischen Supermarkt aufsuchen, weil wir am darauffolgenden Tag deutsche Spezialitäten in die Schule mitbringen sollten. Leider waren in diesem Supermarkt fast alle Lebensmittel abgelaufen, außer, sehr zur Freude Kathrins, „Happy Hippos“. Da war es ja schon fast vergessen, dass ihre Gastfamilie ihre KitKats weggegessen hat und sie am Donnerstagmorgen die leere Packung im Mülleimer vorfinden musste.

Was soll man an deutschen Spezialitäten in die Schule mitbringen? Entweder waren die Lebensmittel verfallen, oder nicht fingerfood-tauglich, wie beispielsweise Sauerkraut und Frankfurter Würstchen. Wir entschieden uns deswegen für „Ritter Sport“. Habt ihr für die Zukunft bessere Ideen? Wir freuen uns über Anregungen!

Einen Tag später waren wir Fish&Chips essen. Ja, auch hier mussten die Kanadier dem Essen ihren Stempel aufdrücken. Man kann zum Beispiel Fisch mit Ahornsirup- oder Peanut-Butter-Marinade bestellen.

Bei Fish&Chips, Happy Hippos, Bonsais und Bananenstauden sind wir uns wirklich nicht mehr sicher, ob wir in Kanada sind!

Ach übrigens, keiner von uns hat von Spinnen oder Bonsais geträumt.

Macht’s gut! Und lest weiterhin fleißig!

Viele Grüße aus dem vielfältigen Kanada,

Alaska und Kate

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