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Apr 5, 2017 - Zusammen    No Comments

Sie tun es wieder…

Heute, am 5. April 2017 (5 Jahre später) ist es wieder soweit..

Die beiden Mädels sind auf dem Weg nach Montreal. The show must go on…

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Guten Flug!

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Halbzeit 🙂

und…

 

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angekommen!

 

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Mit Verspätung, aber immerhin. 🙂

So, jetzt noch Koffer abholen und los geht’s.

Dez 31, 2012 - Zusammen    No Comments

Lach- und Sachgeschichten

Wir sind euch wohl noch einen Blogartikel über eine koreanische Hausparty schuldig:

Haben Koreaner erst einmal ihre täglich 12-stündige Highschoolzeit und ihren zweijährigen Wehrdienst hinter sich gebracht, sind sie in der Regel „Stress-Raucher“ oder schmeißen berüchtigte Hauspartys.

Jinho, ein Freund Shins, lud uns am 9. Dezember zu einem koreanischen Dinner in sein „Condo“ (kanadisch für Appartement) ein. Mit dabei waren Paulina, Shin, Leute aus unserem „Partner-Cambridge-Kurs“, die an diesem Tag erst ihr Examen hatten, ein Japaner und natürliche ein Haufen Koreaner. Als wir endlich alle (Getränke-)Einkäufe erledigt hatten, durften es sich die „Girls“ auf dem Sofa gemütlich machen und die Jungs standen in der Küche.

Das nennen wir mal Emanzipation!

Nach kurzer Wartezeit wurden uns „Mandu“ serviert. Das sind eine Art chinesische/japanische/koreanische Maultaschen. Das Verspeisen dieser gestaltete sich jedoch höchst schwierig, da jeder erst mal nur ein Stäbchen zur Verfügung hatte.

(Kathrin hätte es auch mit zweien kaum leichter gehabt. Jedes Mal, wenn Shin sie sich mit Stäbchen abkämpfen sieht, bestellt er ihr Messer und Gabel. Ihr einziger Kommentar: „Embarrassing!“
Am 26. Dezember waren wir jedoch in einem koreanischen Restaurant, dass zwar Stäbchen aus Stahl (Nur in Korea üblich. Im Rest Ostasiens sind Stäbchen, die nicht aus Holz sind, ein No-Go! Koreaner nennen es praktisch. Alle anderen finden es unfassbar, was das angeht, mit der Tradition zu brechen.), aber nur Plastikmesser und -gabeln hatte (wer braucht das auch schon? ;-))
Wir (Alicka und Kathrin) waren schließlich die einzigen Nicht-Asiaten.
Kathrin aß ein „koreanisches Schnitzel“, was, mit nur einem Löffel ausgestattet (das Plastikbesteck war nicht stabil genug), ein langes Unterfangen war – sehr zum Amusement ihrer Tischgenossen. Naja, man gibt ja sein Bestes, um zur allgemeinen Unterhaltung beizutragen, nicht?)

Doch zurück zum 9. Dezember:
Als Hauptgang gab es ein Essen zum Selbstbasteln; ganz nach dem Motto „Faltest du noch oder kaust du schon?“

Hier eine kleine Bedienungsanleitung:

Schritt 1:
Man nehme ein Salatblatt in die linke Hand (ihr glaubt doch nicht wirklich, dass wir Teller zur Verfügung gehabt hätten).

Schritt 2:
Man belege dieses mit einer runden Rettichscheibe.

Schritt 3:
Man bestücke das Ganze mit einem Gemisch aus gebratenem Schweinefleisch, Zwiebeln und Gemüse in einer rötlichen Soße (und, ahnt ihr schon die Fleckengefahr?)

Schritt 4:
Zum Abschluss garniere man es noch mit einer etwas dickflüssigen feuerroten Soße. (Schon mal Soße mit Stäbchen geschöpft? 😉 Man lernt nie aus!)

Schritt 5:
Man falte das Ganze zu einem möglichst runden Klumpen.

Das Ergebnis:
Geübte Münder schaffen das auf einen Happen!
Diejenigen, die es vornehmer auf kleinere Bissen versuchen und nicht eine halbe Stunde mit Kauen eines einzigen Bissen beschäftigt sein wollen, werden mit Flecken belohnt.
(Kathrin stand am nächsten Tag bestimmt zehn Minuten mit Fleckenspray in der Waschküche, um ihre helle Jeans sauber zu bekommen. Alicka hat es besser gemacht und nur den Tisch eingesaut.)

Als „Dessert“ bekamen wir noch Sushi serviert, stilecht von einem Japaner, der schon in einem Sushi-Shop gearbeitet hat. Es war auch nicht einfach übliches „Maki“, sondern „Nigiri“!

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Anschließend ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und erwischten noch die letzte Metro.

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PS: Koreaner sind berüchtigt für ihre Trinkspiele. Doch keine Sorge, das konnte uns aus drei Gründen nichts anhaben:

1.
Wir mussten ja noch nach Hause (zu unseren Gastfamilien) finden und strengten uns daher besonders an, keine Fehler zu machen und nichts trinken zu müssen.

2.
Koreaner sind Gentlemen und trinken schon mal das ein oder andere Gläschen, wenn du eigentlich drangewesen wärst.

3.
Bei einem Spiel war es für Nicht-Koreaner schlichtweg unmöglich mitzuhalten und es machte daher nichts aus, wenn wir Fehler machten (Man hat eben einfach keine Chance zu reagieren, wenn einem koreanische Zahlen zugerufen werden :-D).

Nov 14, 2012 - Zusammen    No Comments

Redmen vs. Queens

Ein Land im Trauerzustand: Ganz Kanada ist am Boden zerstört und wird im Winter wohl in Depressionen versinken.

Der Grund: Der Beginn der Ice Hockey Season 2012/2013 verzögert sich, wenn sie überhaupt noch stattfindet.

Mit was sollen sich die Kanadier nun in der eisigen Kälte und Dunkelheit die Zeit vertreiben?
Für einen echten Kanadier fast unzumutbar, für uns aber gerade recht, sind die Spiele der Uni-Mannschaften.

Wir feuerten natürlich die Redmen der Mc Gill-University in Montreal (rote Trikots ;-)) an. Sie spielten gegen die Queens. Von welcher Uni sie kommen, wissen wir bis heute nicht.

Viel interessanter war ohnehin die Spielerliste mit Geburtsdaten, Studiengängen, und Heimatstädten (auf ihrer Internetseite kann man von den meisten Spielern sogar Bilder sehen). Ein Großteil der Stadiumbesucher machten Schüler der ILSC aus. Außerdem begegneten wir unserem Toronto-Tourguide Marcus.

Wir nutzten die Gelegenheit, um uns mit unseren Mitschülern auszutauschen.

Unser Herz flog der Pausenunterhaltung zu: Grundschul- oder vielleicht sogar erst Kindergartenkinder beim Hockeyspielen.

Auch ein Bild mit dem Maskottchen durfte natürlich nicht fehlen.

Natürlich siegte unser Team souverän mit 2:0.
Das Ice-Hockey Stadion hat uns nicht zum letzten Mal gesehen…

Nov 13, 2012 - Zusammen    No Comments

In der Weihnachtsbäckerei

Todesmutig standen wir am Samstag pünktlich um 12 Uhr in der Küche.
Unsere Mission: Weihnachtsplätzchen.
Vanillekipferl, Lebkuchen und Schokocookies.

Bevor nun irgendwelche Kommentare von euch kommen: Ja, wir wissen, dass es erst Anfang November ist!
Aber wir stehen mittlerweile kurz vor unserem Examen und wissen nicht, wie viel Zeit und Muße wir in den nächsten Wochen für’s Backen haben werden.

Zutaten hatten wir am Mittwoch besorgt und schon da hatten sich die ersten Probleme aufgetan.
Die Logik kanadischer Supermärkte hat sich uns durchschnittlichen Europäern nicht erschlossen.
Wer Puderzucker neben normalem Rohrzucker oder Mehl neben Backpulver erwartet, hat weit gefehlt.
Und warum sollte man auch verschiedene Sorten Backpulver (das in kleinen Päckchen und das im Glas) nebeneinander ins Regal stellen?  Die waren in unterschiedliche Gänge geräumt!
Und geriebene Mandeln bei  Mehl, wo gibt’s denn so was – außer in Europa?

Nach kurzweiligen 45 Minuten hatten wir endlich alles beisammen, mit einigen Einschränkungen.

Wir konnten keine Schokotropfen ohne Milch finden, also griffen wir auf Cranberries zurück. Und wer braucht schon Puderzucker? Leinsamen wurden durch Mandeln ersetzt.
Letztendlich fanden wir sogar die im Rezept angegebenen Backpulverpäckchen der altvertrauten deutschen Dr. Oetker-Marke. (Nein, das ist keine Schleichwerbung.)
Ach, wenn wir schon mal bei den Päckchen „Made in Germany“ sind,  die deutsche Gründlichkeit war unverkennbar. Es nimmt schon einige Anstrengungen und etwas Geduld in Anspruch die Vanillezucker-oder Packpulverpäckchen mit bloßen Händen zu öffnen.

Am Samstag war es dann also soweit. Alicka erreichte ohne größere Zwischenfälle Kathrins momentanes Zuhause.
Und dann ging es auch schon – durch den „Dienstboteneingang“ (Habt ihr etwa geglaubt, Kathrin würde den Haupteingang benutzen?)  – direkt in die Küche.

Zuerst trauten wir uns an den Teig für die Vanillekipferl, denn dieser musste zwei Stunden in den Kühlschrank gelegt werden.
Hier ergaben sich schon die ersten Schwierigkeiten. Der Teig wollte sich nicht so ganz kneten lassen und fiel immer wieder auseinander. Aber immerhin schafften wir es, ihn am Schluss zu einem Klumpen zu formen. Und im Gegensatz zu Alickas Zuhause hatten wir hier sogar eine Küchenwaage zur Hand. (Alicka: „Könnt ihr euch vorstellen, wie umständlich es ist, zwei Apfelkuchen ohne Waage zu backen? Ich musste alles in Cups umrechnen und nebenbei mit versehentlich gekauftem Würfelzucker und nicht vorhandenen Kuchen-, sondern Auflaufformen improvisieren. Das Ergebnis hat aber trotzdem geschmeckt. Das ist jedoch eine andere Geschichte!“)

Mit dem fertigen Teig im Kühlschrank ging es an die Cookies. Der Teig war diesmal kein Problem, auch wenn wir etwas mit dem Handrührer zu kämpfen hatten. Es war wie verhext. Jedes Mal wand sich der Teig an einem der Rührer empor, sodass wir immer wieder stoppen und den Teig mit dem Löffel abkratzen mussten.

Dabei kamen wir jedoch auch in den Genuss, ein bisschen zu naschen. Wir wussten schon: Das wird was!
Die Cookies kamen bei 180° in den Ofen. Nach 15 Minuten waren sie immer noch viel zu weich. Etwas verwundert ließen wir sie also doppelt so lang wie die vorgegebene  Backzeit im Ofen.

Wir konnten uns nicht einigen, wann es Zeit wäre, die Cookies herauszuholen. Kathrin wollte sie etwas weicher, Alicka knusprig. Während wir schon den Lebkuchenteig vorbereiteten, wurde diskutiert. Sogar Aki wurde zu Rate gezogen, die sich aber diplomatisch heraushielt.
Irgendwann schauten wir alle zehn Sekunden in den Ofen und prüften unsere Sorgenkinder. Schließlich passten wir die perfekte Zeit ab (Kathrin: „Weil ich die Initiative ergriffen habe!“ Alicka: „Sie wären auch etwas knuspriger noch gut gewesen!“)

Dann ging’s an die Lebkuchen. Habt ihr schon mal probiert, Lebkuchen ohne Lebkuchengewürz, ohne Obladen und anstatt mit Nüssen, mit Haferflocken zu backen?
„When in Rome, do as the Romans do!“
Folglich ersetzten wir Lebkuchengewürz durch Ahornsirup und Zimt.

Dadurch wurde der Teig natürlich etwas klebrig. Das war jedoch kein Problem, wir hatten schließlich den Handrührer zur Hand.

Dummerweise wurden wir während des Backens hungrig und dachten uns nichts dabei, einfach kurz eine Lunchpause mit Toast einzulegen.

Anschließend war der Teig ziemlich zäh. Das lag wohl am Sirup.
Wir hatten etwas Probleme, weitere Zutaten einzurühren. Letzten Endes war das Ergebnis aber zufriedenstellend, wenn es auch nicht wirklich viel mit Lebkuchen zu tun hatte 😀

Wisst ihr eigentlich, warum  Lebkuchen auf Englisch „Gingerbread“ heißen ( und auf Französisch „pain au gingembre“)? Wir wissen es nicht. Wenn euch mal langweilig ist, könnt ihr ja an die Sendung mit der Maus schreiben; die wissen doch auf alles eine Antwort!

Auch die Lebkuchen brauchten im Ofen ungewöhnlich lange.

Zum Schluss ging es dann wieder an die Vanillekipferl. Der Teig war nicht ganz einfach zu formen, doch es war machbar. Die Kipferl wurden zwar etwas größer als gewöhnlich, aber hier in Nordamerika ist ja sowieso alles größer.

Als die dann auch noch im Ofen waren, ging es ans Küche-sauber-machen.

Um vier Uhr warteten wir nur noch drauf, dass die Kipferl endlich fertig wurden, wir sie in Vanillezucker tauchen konnte und Zeit für einen Film hatten. Aber die Plätzchen wurden einfach nicht hart!

Irgendwann inspizierte Alicka den Ofen etwas genauer. Und da fiel es ihr wie Schuppen von den Augen!  Hier verdrehen sie ja alle Maßeinheiten. Man sagt, man misst 5‘4‘‘ und nicht 1,62 Meter. Man wiegt 100 Pfund und nicht 45 Kilo. Und so sieht man am Ofen auch erst mal nur °F, bevor man die kleinen °C-Zahlen entdeckt!

Wir haben also die ganze Zeit bei ca. 80°C gebacken!!! Kein Wunder, dass es so lange dauerte!
(Alicka muss leider (auf Drängen Kathrins hin) gestehen, dass sie es ja eigentlich hätte wissen müssen. Denn bei ihr zu Hause hatte sie ja schon einmal mit Fahrenheit gebacken. Dort hatte sie es jedoch schon vorher gemerkt :-D)

Aber es passt ja irgendwie zur bilingualen Stadt Montreal, dass sogar die Temperatureinheiten in zweierlei Formen angegeben werden  🙂
Zu unserer Verteidigung müssen wir noch sagen, dass in Kanada, anders als in den USA, die Temperaturen in der Wettervorschau und  auch sonst eigentlich überall, in Grad Celsius angegeben werden.

Als die Vanillekipferl dann endlich die angemessene Härte und Bräune hatten, dachten wir, wir hätten alle Hürden gemeistert. Weit gefehlt. Jetzt ging’s erst richtig los. Kaum hatten wir die Kipferl vom Blech, bemerkten wir auch schon, dass sie unten (!) verbrannt waren. Es hatte also doch etwas Gutes, dass  die Kipferl so dick geraten waren. Alicka schabte also alle Plätzchen mit einer Engelsgeduld ab, während Kathrin sie in den Vanillezucker tauchte. Jetzt kommen wir auch schon zum letzten Problem des Tages: Uns ging der Vanillezucker aus. Also mussten wir auf ein kolumbianisches Zimt-Zucker-Kakaogemisch zurückgreifen. Nur blöd, dass sich der Kakao auf den Plätzchen ein wenig aufgelöst hat. Das Ganze sieht jetzt nicht mehr so appetitlich aus – schmeckt aber. Wir nehmen jedoch nur die wirklichen Vanillekipferl mit in die Schule, nicht, dass Shin einen Anlass für ein neues Vorurteil gegenüber deutschen Mädchen hat; von wegen, deutsche Mädchen könnten nicht backen oder so … (dazu mehr in einem anderen Artikel.)

Jetzt haben wir also einen Riesenvorrat an Kalorienbomben. Damit wir gar nicht erst auf die Idee kommen, alles selbst zu essen, bringen wir den Großteil am Dienstag in unsre Klasse mit. Hoffen wir, dass es den anderen genauso gut schmeckt wie uns.

Am Abend schauten wir dann noch gemütlich einen Film („Invictus“ von Clint Eastwood, sehr zu empfehlen!) zusammen mit Aki. Bei ihr haben unsere Nicht-Schoko-sondern-Cranberry-Cookies und Vanille-bzw.-Schokokipferl den Test schon bestanden.

Nov 9, 2012 - Zusammen    No Comments

War da nicht was?

Ja, es soll ja niemand sagen können, Kathrin wolle verschweigen, dass ihre Eltern da waren. Mittlerweile ist jeder wieder zum Alltag zurückgekehrt, aber zwischen dem 11. und dem 24. Oktober herrschte Ausnahmezustand.

Naja, eigentlich äußerte es sich wie folgt:
An manchen Tagen (wir gingen ja trotzdem wie gewohnt zur Schule) trafen wir uns nachmittags zum Kaffeetrinken, Souvenir kaufen oder Essen gehen. Dementsprechend wurden Kathrins Augenringe noch tiefer …

Nur einmal kam sie in den Genuss, im Hotelzimmer ihrer Eltern nahe der Schule zu übernachten. Ach, war das herrlich, den Morgen ohne Bus – oder Metro – fahren zu verbringen.

Am ersten Wochenende waren Freunde von Kathrins Familie aus der Nähe von New York da. An einem Abend ergab sich eine witzige Situation beim Bezahlen der Restaurantrechnung:
Folgendes steht unter dem Motto: „Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?“
Steve und Reinhold (Kathrins Vater) wollten die Rechnung splitten. Steve hatte dann wiederum das Vorhaben, die Hälfte seiner Hälfte mit Kanadischen Dollarn und den Rest mit US-Amerikanischen Dollarn zu zahlen. Die Bedienung schaute etwas entgeistert. Aus Spaß hat fragte dann auch noch Kathrins Vater, ob er den Restbetrag mit Euros zahlen könnte. Schade, dass ihr nicht dabei wart – die Situation war zu komisch.

Ein anderes Highlight war der Besuch im Biodôme. Dieses befindet sich im umfunktionierten Velodrôme der Olympischen Spiele von 1976.
Es handelt sich dabei um eine Ausstellung, die sich mit Flora und Fauna der unterschiedlichen Klimazonen befasst.

Unser Lehrer Nicholas musste fünfmal hingehen, um das Faultier in Aktion zu sehen.

Bei uns lief es, für Faultierverhältnisse, einen Marathon – das lag wohl eher an der guten Aura Alickas, denn Kathrin zieht ja nicht immer das Glück an.

Kanada ist nicht nur das Heimatland von Justin, sondern auch von echten Bibern. Einer von ihnen ist extra nahe zu Kathrin hingeschwommen, damit sie gute Fotos schießen konnte.

Durch eine Glasscheibe konnte man seine Tauchgänge beobachten.

Der Rundgang begann in den Tropen und endete in der Antarktis, wo wir auf unsere Leidensgenossen trafen.

Spätestens mit unseren dicken Daunenmänteln können wir uns nur noch wie Pinguine bewegen.

Ein Vorschlag Kathrins: „Alicka, wie wär’s mit Tierpsychologin – Schwerpunkt Pinguine?“

Ein paar Frackträger verwechselten wohl die weiße Wand mit einer Eislandschaft am Südpol – so genossen sie also den Ausblick auf die Tapete.

Das Wochenende drauf verbrachten wir dann in Quebec City. Nebel, Regen und Wind wechselten sich ab. Ja, noch haben wir keinen Schnee, aber viel kann nicht mehr fehlen. Doch selbst das schlechteste Wetter kann der Schönheit der Stadt nichts anhaben!

Zugegeben, unser Hotel hatte eine etwas eigenwillige Innenarchitektur. Wir mussten jedes Mal den Ausgang und hinterher wieder unsere Zimmer suchen und haben uns dabei regelmäßig verlaufen. Kathrins Mutter und Alicka würden ohne die beiden anderen wohl immer noch hilflos durch die Gänge irren. Zur Verdeutlichung hier der Wegweiser im Erdgeschoss:

Die Fahrstühle machten es nicht gerade einfacher. Um vom Erdgeschoss in unseren fünften Stock zu gelangen mussten wir nämlich zwei verschiedene Fahrstühle benutzen, da man mit dem einen (siehe Bild) nicht ins Erdgeschoss, mit dem anderen nicht in den fünften Stock gelangen konnte. Und Gott weiß, wir man das dritte Stockwerk erreichen kann. Vielleicht ja über irgendeine versteckte Treppe?

Darüber hinaus sind wir ja immer bemüht an allem etwas positives zu finden: Die Montmorency-Wasserfälle waren viel beeindruckender als im trockenen Sommer. (Der Nachteil: Es strömte auch vom Himmel und Kathrins Schuhe weichten bis zu den Socken durch.)

Kathrins Eltern hatten auch die Gelegenheit, die Gastfamilie ihrer Tochter kennenzulernen, die sich, bis auf ein paar Schwierigkeiten mit der Aussprache der Vornamen, von der allerbesten Seite zeigte.

Einen Tag später hieß es auch schon wieder Abschied nehmen.
An dieser Stelle liebe Grüße an unsere treuen Leser, vor allem an Mama und Papa Schwab.

Okt 24, 2012 - Zusammen    No Comments

Hilfe – Erdbeben!

Wir schreiben den 10. Oktober 2012

0:19 Uhr, 1. Stock, Zimmer rechts neben der Treppe im Hause der Boisclairs.

0:19 Uhr, Zimmer ganz hinten im Eck neben dem Bad in Blancas Wohnung.

Kathrin liegt mal wieder lange wach, weil ihre südamerikanischen Mitbewohner nachtaktiv sind. Im Halbschlaf spürt sie plötzlich, dass ihr Bett wackelt; von untern hört man Gekreische.

Das ganze Haus ist still. Alle sind im Moment krank, haben es am Magen oder eine Erkältung. Alicka ist die einzige, die dem kanadischen Wetter erfolgreich standhält und noch nicht einmal mit Schnupfen zu kämpfen hat. Auch sie liegt fast schlafend unter ihrer Bettdecke und hat sich schon halb ins Land der Träume verabschiedet …
Plötzlich spürt Alicka ein leichtes Ruckeln.

Unsicher, ob sie nun schon geträumt hat oder ob das Wackeln an der schlechten kanadischen Bausubstanz gelegen hat, entscheidet Kathrin, dass nichts so wichtig sein könnte, als dass es nicht bis zum nächsten Morgen warten könnte. Im Glauben, dass sich Caro wieder einmal den Weg zum Badezimmer gebahnt hat, dreht sich Kathrin um, zieht die Bettdecke bis zu den Schultern hoch und schläft ein.

Doch in diesem Haus spürt man sowieso jeden Schritt und hört auch jedes Krachen der Dielen. (So ist es immer wieder eine Herausforderung, morgens so lautlos wie möglich zum Badezimmer und der Küche zu gelangen. Dieses Unterfangen scheint so gut wie unmöglich, doch anscheinend stellt sich Alicka nicht allzu schlecht an. Denn nicht umsonst hat sie schon oft genug ihre Gastmutter erschreckt und den Ruf einer Katze weg.) Jedenfalls ignoriert Alicka das Beben völlig und schläft kurz darauf friedlich und nichts von diesem Naturereignis ahnend ein.

Ausnahmsweise steht Carolina heute schon um 6:15 Uhr auf – und mit ihr natürlich mal wieder das ganze Haus – zumindest Kathrin und Estevam. Estevam ist ein ehemaliger brasilianischer Gastschüler der Boisclairs, der gerade zu Besuch ist. Er schläft im Bereich zwischen den Zimmern der drei Mädchen. Da Caro an Estevam vorbei zum Badezimmer muss, hat sie ihn aufgeweckt und in ein Gespräch verwickelt. Einen Fetzen hat Kathrin aufgeschnappt: „Kathrin s’est réveillée?“ Daraufhin öffnet Besagte die Tür. Caro will von ihr wissen, ob sie das Erdbeben mitbekommen habe. Etwas erstaunt gibt Kathrin zurück: „Erdbeben?“ Fieberhaft überlegt sie, ob Caro wissen könnte, dass sie sie oft mit einem wandelnden Erdbeben vergleicht. Schlaftrunken wie sie ist, dämmert es ihr nur langsam. „Moment, da war was – das Gewackel, das Gekreische …“ Estevam erklärt ihr dann, dass in der Nacht ein dreisekündiges Erbeben – „tremblement de terre“ – stattgefunden habe.
In der Schule angekommen, ist das Beben natürlich Gesprächsthema Nummer 1. Nur eine kann nicht mitreden – Alicka. Es dürfte euch ja nicht wundern, dass sie zu spät ist. So verpasst sie also Shins Frage: „Nicholas, have you noticed the EARTHCAKE?“
Kathrin grunzt und auch Nicholas muss über den Pronunciation-Fehler schmunzeln und malt eine halbe Erdkugel mit Kerzen – also einen echten Earthcake – an die Tafel. Fotos sind leider keine überliefert.
Zwanzig Minuten später taucht dann auch Alaska auf. Bis zur Pause kann Kathrin sie jedoch nicht fragen, wie sie das Beben erlebt hat. Als sich endlich die Gelegenheit ergibt, stößt Alicka erstaunt aus: „Das war ein Erdbeben?“

Am nächsten Morgen ist nur Alicka schon um 7 Uhr wach. Sie macht sich leise Frühstück und ihr Lunch und verlässt leider etwas zu spät, nämlich ein paar Minuten nach 8 Uhr, das Haus, sodass sie den Bus um 8:02 Uhr natürlich nicht mehr erwischt. Das Erdbeben ist völlig vergessen.
Eigentlich wäre das mit der Pünktlichkeit auch noch gar kein Problem, doch manchmal spielen die Busse eben einfach nicht mit.
Würde der 8.12er-Bus kommen, wäre Alicka um halb neun an der Metrostation.
Würde sie dann gleich die Metro erwischen, wäre sie ca. zehn Minuten vor neun bei Square Victoria.
Und würde Alicka von dort ganz normal zur Schule laufen, wäre sie noch vor Unterrichtsbeginn da.
ABER: Der Bus kommt einfach nicht.
Was soll man da machen? – Außer warten.
Aber auch das hat sein Gutes, denn so kommt Alicka mit manchem Kanadier und Quasi-Nachbarn ins Gespräch. Und meistens versuchen diese gleich einem vor dem kalten, kalten Winter Angst zu machen 😀
Der Bus kommt dann schließlich erst nach halb neun an ihrer Haltestelle an. Alicka kommt dadurch natürlich entsprechend spät in der Schule an.
Umsichtig, wie sie ist, schreibt sie Kathrin schon um halb neun eine SmS (in Englisch!), damit diese es an Nicholas weitergeben kann.
Aber, wie sollte es auch anders sein, hat Kathrin ihr Handy aus. Folglich liest sie die SmS gar nicht. (Anmerkung Kathrins: „Was heißt hier ‚wie sollte es auch anders sein‘ – normalerweise habe ich mein Handy immer an.“)
In der Schule angekommen, ist zwar noch der „earthcake“ an der Tafel, doch Alicka weiß damit, ohne Erklärung, natürlich nichts anzufangen. In der Pause hält Kathrin es dann endgültig nicht mehr aus und stürmt auf Alicka mit der Frage nach dem Erdbeben zu. Diese muss zunächst einmal Träume und halbe Erinnerungen auseinander sortieren, bis klar ist, was Kathrin meint.

Schnell eilen beide zu den Rechnern in der Common-Area und mailen die Neuigkeit ihren Lieben nach Hause.

Später kommt es übrigens noch einmal zu sprachlichen Missverständnissen:
Anstatt „How do we have to protect us from the earthquake“ meint Shin „How do we have to protect the earthcake?“.

Anmerkung: Nicht, dass das irgendjemand falsch verstehen sollte. Das ist keine Schadenfreude! Es ist immer wieder für uns alle lustig über solche kleinen Missverständnisse und Pronunciationfehler zu stolpern und wir lachen auch über uns selbst. Im Übrigen ist es oft auch gar nicht einfach, die ganzen verschiedenen Akzente zu verstehen, doch wir geben uns die größte Mühe.

Viele Grüße von den Überlebenden!!!

Okt 1, 2012 - Zusammen    No Comments

Schlafentzug Teil 4

Im Land der Schlümpfe

Unser Tourguide warnte uns schon vor, dass es sich bei der Umgebung der Niagarafälle nicht um unberührte Natur handeln würde.

Zunächst waren wir etwas schockiert, als wir in einer Miniversion von Las Vegas ankamen. Unsere Unterbringung war ein typisch amerikanisches Motel, wie im Film.

Bei unserer Ankunft platzten wir quasi in einen Ungesellinnenabschied rein. Vor dem Motel wurde lautstark Karaoke gesungen. Aus Neugier auf Niagara-on-the-Lake und auch um dem schrägen Gesang zu entkommen, stürtzen wir uns also ins Nachtleben der kleinen Stadt.

Wir liefen durch die Straßen und inspizierten die vielen Spielhallen, Gruselkabinette und auch einen Schokoladenladen.

Das kanadische Essen hat bei uns wohl schon ein wenig angesetzt …

Unser Hauptziel waren jedoch natürlich die Niagara-Fälle bei Nacht!

 

Übernächtigt starteten wir schon wieder um halb sieben in den nächsten Tag, wurden jedoch von einem guten Frühstück überrascht. Es gab Bacon für Alicka und Pancakes für Kathrin.

 

Frisch gestärkt ging es dann auch gleich zur Table-Rock-Aussichtsplattform. Bei Tag sind die Wasserfälle noch weitaus beeindruckender!

Wir sahen die amerikanischen Wasserfälle und die noch viel besseren kanadischen Horseshoe-Wasserfälle.

Hier also im Vergleich: Links die mickrigen Wasserfälle der USA, rechts die unvergleichlichen von Kanada.

 

Nach ausgiebigem Fotographieren ging es dann auf die „Maid of the Mist“-Bootstour. Wir trugen die original blauen Regencapes, die ihr sicher alle aus Film oder Fernsehen kennt.

Die Tour war einfach unglaublich. Leider konnten wir direkt im „Mist“ keine Fotos mehr machen, da unsere Fotos nicht wasserfest sind. Aber hier mal ein kleiner Einblick vom Anfang und vom Ende der Tour.

Wir standen direkt am Bug des Bootes und hatten einen unvergleichlichen Ausblick, wenn wir nicht gerade damit beschäftigt waren, unsere Kapuzen festzuhalten oder uns Wasser aus den Augen zu reiben. Ganz nah an den Fällen waren wir nur noch von weißem Dunst umhüllt und sahen fast unsere Hand vor Augen nicht.

Anschließend machten wir uns auch schon wieder auf den Rückweg. Nichts Böses ahnend dösten wir gemütlich im Bus, als wir plötzlich auf den Standstreifen ausweichten und der Busfahrer Bremsübungen machte. Der Grund hierfür war ein anhaltender Gummigestank, der uns schon seit dem vorherigen Tag verfolgte.

Schnell war klar, dass wir auf einen Rastplatz ausweichen mussten. Gut, dass es hier an jeder Ecke einen Tim Horton’s gibt 😉

Kaum angekommen waren wir schon in Rauch gehüllt. Nach einer einstündigen Pause erörterte unser Tourguide, dass wohl die Bremse in gedrückter Stellung festgeklemmt gewesen war. Doch nun sei wieder alles in Ordnung und wir könnten unsere Heimreise fortsetzen.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl begaben wir uns also wieder in den Bus.

Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir um zehn Uhr Montreal und fielen in unsere Betten, denn am nächsten Tag war ja schon wieder Schule!

End.

Sep 29, 2012 - Zusammen    No Comments

Schlafentzug Teil 3

Hoch hinaus

Kanadier leben für Hockey.

Deshalb „zwang“ uns unser Tourguide dazu, uns den Eingangsbereich der Hockey Hall Of Fame anzuschauen. Außer Pucks gab es da jedoch nicht wirklich viel zu sehen.

Danach wartete die Hauptattraktion Torontos auf uns: Der CN Tower.

Er war bis 2007 das höchste „freistehende und nicht abgespannte Bauwerk“ der Welt (wurde dann allerdings von einem Wolkenkratzer in Dubai überholt).

Gut, dass wir beide schwindelfrei sind, denn wir durften in 342 m Höhe über einen Glasboden laufen. Zudem haben wir die erste Bärenattacke überlebt.

Übrigens: In Toronto waren wir doch tatsächlich dem Nordpol näher als euch zu Hause in Deutschland. Wer hätte das gedacht?

Der durchschnittliche Kanadier trinkt 3,5 Tassen Kaffee am Tag, die meisten „to go“. So hatten wir uns vorgenommen, während unseren zwei Stunden Aufenthalt in der Stadt alle Kaffeebecher zu zählen, denen wir begegneten. Zusammen mit Alickas Kaffee kamen wir auf sage und schreibe 27 Stück!

Unser Fazit:
Montreal gefällt uns besser  😀
Toronto fehlt eindeutig das französische Flair!

Danach ging es jedoch weiter zu den Niagara-Fällen, welche uns eindeutig zugesagt haben!!!

To be continued.

Sep 22, 2012 - Zusammen    No Comments

Schlafentzug Teil 2

Coffee Mania

Und täglich grüßt das Murmeltier: Der Wecker klingelt und wir wandeln schlaftrunken ins Badezimmer.

Zwei Sachen waren jedoch anders:

1. Es war Samstag

2. Es war 4:30 Uhr (in der Nacht)!!!

Wir riefen uns gegenseitig an, um uns zu versichern, dass wir auch beide wach waren.

Noch im Dunklen machten wir uns auf zur Metrostation Peel, wo unser Bus nach Toronto wartete. Ein riesen Stein fiel uns vom Herzen als wir einen neu wirkenden Bus erblickten.

Ein aufregendes Wochenende sollte auf uns warten: die größte Stadt des zweitgrößten Lands der Erde und die „amazing“ Niagarafälle.

Auch diesmal waren wir wieder pünktlich am Treffpunkt, wie alle Deutschen. Denn plötzlich kommen die Kartoffel-Esser wie Mäuse aus den Löchern. Sechs Deutsche waren wir insgesamt, damit aber immer noch in der Unterzahl gegenüber einer italienischen Reisegruppe. Die anderen Deutschen lernen jedoch alle Französisch, weshalb es kein Wunder ist, dass wir ihnen noch nicht über den Weg gelaufen sind. Die schon erwähnten Italiener waren leider nicht alle pünktlich. Zwei von ihnen hatten verschlafen. Deshalb mussten wir eine Schleife fahren, um sie von zu Hause abzuholen.

Nach zwei Stunden Fahrt machten wir unsere erste Rast, natürlich bei Tim Horton’s.
Für alle, die mit der kanadischen Kultur bzw. mit dem kanadischen Patriotismus noch nicht vertraut sind: Tim Horton’s ist der Kaffe-/Donut-/Bagelshop Nummer 1. In Kanada nimmt man die erste Koffein-Dosis nicht gemütlich zu Hause zu sich, sondern schaut vor der Arbeit bei besagter Kette vorbei. Tim Horton’s ist für die Kanadier ein Stück Heimat. Außerhalb von Nordamerika gibt es nur noch einen Tim Horton’s Shop – in Afghanistan. Dieser wurde für die von Heimweh geplagten kanadischen Soldaten gebaut.

Auch folgende wahre(!) Geschichte unterstreicht die Tragweite der zwei Nationalsymbole: Tim Horton’s und das Ahornblatt.

Es war einmal ein einsamer Kanadier in Europa unterwegs.
Er reiste mit seinem Rucksack durch die verschiedenen Länder und bekam viel zu sehen. Selbstverständlich durfte das obligatorische Ahornblatt auf seinem Rucksack nicht fehlen. Doch bald fühlte er sich sehr allein in der Ferne und weit und breit war kein Tim Horton’s in Sicht, wo er sich einen Kaffee hätte kaufen können. Das Schicksal wollt es jedoch, dass er eines Tages einen Tim Horton’s-Coffe-Cup in der Menge erblickte. Er gehörte einem anderen kanadischen Rucksackreisenden. Schnell war den beiden klar, dass das kein Zufall sein konnte. Die beiden Kanadier durchquerten gemeinsam das weite Europa und wurden Freunde für’s Leben.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann reisen sie noch heute.

Diese Geschichte erzählte uns unser Tourguide Marcus, welcher übrigens deutsche Vorfahren hat und deshalb Deutsch lernen wollte. Kaum zu glauben, aber wahr:
Dieser Mann spricht fünf Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch, Japanisch und mehr oder weniger Deutsch. Und er behauptet allen Ernstes, dass Japanisch leichter zu erlernen sei, als unsere schöne Muttersprache! Könnt ihr euch das vorstellen!? Unglaublich, oder? Aber er muss es ja wissen…

Nach etwa insgesamt acht Stunden Busfahrt kamen wir schließlich in Toronto an. Dort mussten wir Mut beweisen und haben an dem Tag auch noch einiges erlebt. Aber dafür müsst ihr euch noch ein wenig gedulden.

A suivre.

Sep 19, 2012 - Zusammen    No Comments

Schlafentzug Teil 1

Von wegen, in Kanada isst man nur bei Tim Horton’s

Donnerstabend heißt hier, in Kanada, Weggehen und Feiern. Da unserem Lehrer Nicholas viel daran liegt, uns die „kanadische Kultur“ näher zu bringen, schleppte er uns zu den Hot Spots Montreals, welche er uns am Morgen im Unterricht ausführlich erklärt hatte.

Unsere Klasse besteht aus nur sechs Schülern, wobei wir wohl bald auf vier schrumpfen werden.

An unserem Treffpunkt an der Metrostation Mont Royal war jedoch plötzlich die halbe Schule anwesend. Wir zählten um die zwanzig Leute. Zudem hatte Nicholas noch zwei Freunde eingeladen, die uns auch begleiteten.

Unsere „Destination“ war das Gebiet um den Mont Royal. Wir hatten vor, endlich in die Montrealer Geschmackswelt einzutauchen.

Nein, es ging nicht zu Tim Horton’s.
Wir aßen das Quebecer „Nationalgericht“ Poutine im stadtbekannten „La Banquise“.

Doch was zum Bären ist Poutine?

Es handelt sich dabei um eine nicht ganz kalorienarme Mischung aus matschigen Pommes, einfacher brauner Barbecuesoße und Käse. Das Ganze ist übrigens auch nicht besonders appetitlich anzuschauen, aber, entgegen unserer Erwartungen, essbar!

Poutine gibt es natürlich in zahlreichen Geschmacksrichtungen, aber wir testeten erst einmal die klassische Variante. (Alicka, ganz vegan, bekam es natürlich ohne Käse.)

Richtig lustig wurde es aber erst, als wir das „Lokal“ verließen und die verbleibenden Nachtschwärmer eine Tür weiter zogen. Im schummrigen Licht der Bar genossen wir mehr oder minder gut schmeckende Cocktails, die von unserem Lehrer beurteilt wurden.

Während wir an einem kulturellen Austausch mit den zwei anderen übrig gebliebenen Schülern aus unserem Kurs, einer Brasilianerin und einem Südkoreaner, teilnahmen, verabschiedete sich Nicholas zwischendurch immer mal wieder zum Tischfußball. Saß er allerdings am Tisch, fragte er uns Löcher in den Bauch und schätzte unseren Musikgeschmack ein – mit mäßigem Erfolg.

Um 23:45 Uhr verabschiedeten wir uns dann schließlich. Das heißt, wir Schüler machten uns auf den Heimweg, in dem Glauben, am nächsten Tag einen Test zu schreiben. Ja, unser Lehrer bezeichnete sich selbst als „evil“, weil er einen Test für den nächsten Tag angekündigt hatte und uns Schüler gleichzeitig überzeugt hatte., wegzugehen Er blieb mit seinen Freunden noch bis 2:45 Uhr.

Mit hochroten Köpfen, schwarzen Augenringen und dem obligatorischen Kaffeebecher saßen wir dann am nächsten Tag über unserem achtseitigen Test. Nachdem wir ihn beendet hatten, stellte sich jedoch heraus, dass Nicholas nie vorhatte, die insgesamt 48 Seiten zu korrigieren.

Immerhin hatten wir schon um zwölf Uhr Schule aus und verabschiedeten uns ins Wochenende.

Eine Sache änderte sich da jedoch nicht:
Unser chronischer Schlafmangel.

To be continued.

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